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Reiterhof am Waldrand
Michael und Regina Fuchsberger
Willmarser Straße 30
97640 Stockheim
Deutschland
Telefon: 09777 - 3213
Telefax: 09777 - 3215
E-Mail:
Kontaktformular
Internet:
www.reiterhof-am-waldrand.de
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Ausbildung auf Ponys
Vielleicht fragt sich der ein oder andere, was das mit der klassischen Sportausübung tun hat.
Ganz kurz: Reiten ist Hilfengebung, ausgeübt durch den losgelassenen, sich in Balance befindlichen Reitersitz, treibende Einwirkung durch Impulse des Schenkels, durch Annehmen und Nachgeben des Zügels, eingerahmt mit einem großartigen Wort: Gefühl. Dies ist nachzulesen in den FN Richtlinien für Reiten und Fahren, Band I, Ausgabe 1979. Zwar eine uralte Ausgabe, wurde aber inhaltlich bis heute unverändert übernommen.
Ponys, kleine Ponys, ermöglichen dem Kind einen guten Rundumblick. Sie können über das Reittier schauen und sind somit schon optisch in der Rolle, des Führenden. Sie sind auch in der Lage das Pony zu putzen, inklusive Hufe auskratzen. Wenn dann der kleine Huf doch mal aus der Hand rutscht, oder das Pony diesen zurück zieht ist die Gefahr einer Fußquetschung relativ gering. Außerdem ist es möglich, dass das Kind das Pony (nicht ohne Aufsicht) satteln und später auch trensen kann. Die Bewegungsabläufe eines Ponys sind denen eines Kindes näher, als die raumgreifenden Schritte, Tritte und Sprünge eines Pferdes. Das geringere Ausmaß der Schrittlängen ist für ein kleines Kind leichter zu bewältigen.
Vor Stürzen sind wir Reiter alle nicht gefeit. Fällt ein Kind von einem Pony mit einem maximalen Stockmaß von 148 cm herunter, so ist die Verletzungsgefahr im Rahmen einer Sportausübung vertretbar. Große Schwünge eines trabenden Warmblutpferdes mit einer Größe von mehr als 165 cm multiplizieren den Aufprall bei einem Sturz.
Verantwortung
- für unsere Kinder
Nicht zu unterschätzen ist die permanente Gefahr, dass der kleine Fuß eines 8jährigen Kindes durch die für Erwachsene konzipierten Steigbügel hindurch rutscht – zumal es leider oft zu beobachten ist, dass aus Gründen von Sparmaßnahmen auf korrekte Reitkleidung bei kleinen Kindern verzichtet wird (Bsp. Turnschuhe als Reitschuhalternative). Das ist purer Leichtsinn! Ein tragischer Fall hat sich vor einigen Jahren in einer uns bekannten Reitschule ereignet, bei dem ein kleines Mädchen von einem großen, wohlgemerkt sehr braven Warmblutpferd gestürzt ist. Es ist durch einen zu großen Steigbügel gerutscht; mitsamt der Ferse! Es landete vor dem Pferd. Das Pferd konnte sich nicht abfangen und stolperte so unglücklich über das Kind, dass es diesen Sturz, der eigentlich hätte harmlos verlaufen können – richtige Kleidung, kleines Pony – nicht überlebt hat!!!
Es gibt tatsächlich Eltern, die lassen ihre Kinder nicht in unserer Reitschule reiten, weil wir die Kinder mit einer Körpergröße unter 130 cm nicht auf unsere, auch sehr braven, Warmblutpferde setzen.
Leider ist es sehr häufig zu beobachten, dass beim Ponyreiten Kinder auf schlecht sitzenden, billigen Reitkissen sitzen, mit kleinen leichten Steigbügeln. Obendrein wird zu wenig auf einen korrekten Sitz geachtet. Viele Kinder rutschen tief durch die Bügel, verharren in dieser Lage und treiben eklatant mit schlagenden Schenkeln vorwärts. Selbst die Zügelhaltung wird vernachlässigt. Warum? Kinder sind hochbegabt und aufnahmefähig. Sie sind lernbegierig und konzentriert. Ihr junger Körper in der Lage eine gute Körperspannung auf zu bauen.
Solange sie jedoch noch nicht fähig sind sich kontrolliert den Bewegungen eines Ponys/Pferdes an zu passen, darf nicht galoppiert und ohne Longe getrabt werden! Das ist lebensgefährlich!
Mit spielerischen Anweisungen finden Kinder sehr schnell in die richtige Sitzhaltung aus der sie dann ihre Hilfengebung lernen. Die Schulung ihres Gefühl ist ein ständiger Begleiter der Reitausbildung, die mit dem Herausbringen aus dem Stall beginnt und mit der Nachbereitung des Tieres endet. Leichte Aufgaben bei der Stallarbeit gehören hier genauso dazu. Auch wenn anschließend die Stallgasse nicht ganz sauber gekehrt ist, so ist es für ein Kind ein leichtes mit dem Besen über den Boden zu fegen, Tränkebecken zu kontrollieren oder ein Heunetz zu stopfen.
Freilich darf es keinen Drill in der kindlichen Reitausbildung geben. Ein Kind muss vertrauensvoll heran geführt werden. Wenn ihm die ein oder andere Anregung nicht gelingt, wie bspw. eine tiefe Ferse oder eine ruhige Hand, so haben wir doch alle Möglichkeiten ihnen es schonend und freundlich bei zu bringen. Kleben Sie doch einfach ein Gesicht auf die rechte und linke Schuhspitze, geben Sie ihnen einen Namen. Zum Beispiel „Rolli und Lilli“. Lassen Sie das Kind mit den beiden „spielen“. Rolli und Lilli „wollen“ aber am liebsten zum Himmel schauen, weil sie sehen wollen, ob da oben ein Vogel fliegt....so stellen Sie eine mentale Verbindung zwischen Gehirn und Gliedmaßen her, das Kind wird lernen seinen Fuß zu kontrollieren und sich angewöhnen die Fersen entspannt nach unten durch zu treten. Unser Fußgelenk trägt unser gesamtes Körpergewicht, es ist im Sattel unser Lot, das uns im Gleichgewicht hält. Unser Körper strebt nach dem Boden, wir können uns der Erdanziehungskraft nicht entziehen. Von Anfang an müssen wir die Verkrampfungen im Sattel lösen, die durch den „Bodenentzug“ ausgelöst werden. Aber das geht im Kindesalter eben vor allem spielerisch.
Reiten ist laufen lernen. Wir haben alle erst im Alter von sechs Jahren bei der Einschulung einen Test bestehen müssen, der uns auf einem Bein hüpfen ließ, weil wir erst nach sechs Jahren täglichen Übens in der Lage sind unser Gleichgewicht 100%ig zu kontrollieren.
Reiten ist laufen mit sechs Beinen! Vier Beine, die nach ihrem eigenen Gleichgewicht streben, mit eigenen Wünschen und Belangen. Sie sollen sich durch Hinweise von zwei fremden Beinen in die vom Menschen gewünschte Richtung und im geforderten Tempo bewegen.
Das braucht Zeit und Geduld. Wir dürfen die Ausbildung unseres Nachwuchses nicht forcieren. Das wäre leichtfertig und dem Kind gegenüber nicht nur ungerecht. Auch wenn unser Nachwuchs uns vielleicht zu „mehr“ drängt, es geht nicht. Wir haben eine ganz, ganz große Verantwortung für sie und für das Tier.
Auf dem Bild sehen Sie ein Kind, das augenscheinlich an einem Turnier teilgenommen hat.
Es war ein Führzügelwettbewerb. Die Platzierung ist nebensächlich. Es geht hier darum zu sehen, dass ein Kind im Alter von sechs Jahren sehr wohl korrekt sitzen kann. Auf einem dicken, kleinen, zotteligen Pony. Das Mädchen hat noch nie einen Galopp außerhalb einer Longe erlebt, obwohl es eine gute Körperspannung hat. Wir lassen uns Zeit, warten ab, dann fällt uns das gute Reiten wie reife Früchte in den Schoß.
Autorin:
Regina Fuchsberger
Dipl. Sozialpädagogin (FH)
Pferdewirtin Zucht und Haltung
Trainerin B
1. Vorsitzende Reiterhöfe Unterfranken e. V:
Hufe auskratzen
kleine Hufe - kleine Füße
Holzpony im Sulky
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